Die Grundlage zur Rotweinherstellung ist roter
Traubenmost, der mit den Schalen und Kernen
der Trauben fermentiert wurde.
Die Rotweinherstellung kann vereinfacht
in folgende Etappen zusammengefasst werden:
Annahme
der Weinlese
Mechanische Verarbeitung
Maische in Gärbottiche einfüllen
Ablass und Pressung der Maische
Malolaktische Gärung
Klären, Filtern und Typisierung
Weinalterung im Holzfass
Annahme
der Weinlese:
Dieser Prozess beginnt bei der Abnahme der Trauben
am Weinstock, danach werden diese in die Weinkelter
transportiert und dort angenommen.
In der Weinkelter werden die Trauben gewogen,
ihr Säuregehalt, ihr wahrscheinlicher pH-Wert
und ihre Farbe bestimmt.
Nach der maschinellen Bestimmung dieser Parameter
führen die Traktoren ihr Lesegut an die
Entladetrichter. Über diese Entladetrichter
wird es zu den Verarbeitungsmaschinen und zu
den Tanks geführt.
Mechanische Verarbeitung:
ENTSTIELEN:
Hier werden die Trauben mit der Entstielmaschine
von den Rappen und Kämmen abgezogen. Eine
gute Entstielung legt große Sorgfalt auf
die Erhaltung des Traubengewebes. Damit wird
folgendes erreicht: Das Maischevolumen wird
geringer, der Geschmack des zukünftigen
Weins wird besser, der Alkoholgehalt erhöht
sich und die Farbe wird intensiver. Das Entstielen
ist eine Ansichtssache und hängt vom Weinerzeuger
bzw. von der Art des Weins ab. Die Trester werden
auf mechanische Weise aus der Kelter entfernt.
QUETSCHEN:
In diesem Prozess wird die Traubenschale aufgerissen,
damit Saft und Pulpe befreit werden. Unter optimalem
Pressdruck platzt die Traube auf, ohne dass
Haut und Stiele zerrissen werden. Dadurch vergrößert
sich die Kontaktoberfläche von festen und
flüssigen Teilen und erleichtert die Mazeration.
Die gleichzeitige Durchlüftung des Mosts
begünstigt die Hefebildung.
MAISCHEPUMPEN:
Nach der mechanischen
Verarbeitung der Trauben wird die Maische mittels
Pumpen und weiten Rohren in schonender Weise
in Gärtanks umgefüllt.
Einmaischen:
Dieses Einfüllen der Maische in die Gärbottiche
wird auch „einmaischen“ genannt.
ALKOHOLGÄRUNG:
Bei der alkoholischen Gärung wird durch
die Aktion der Hefen Zucker in Alkohol umgewandelt.
Die Rotweingärung erfolgt unter ähnlichen
Bedingungen wie die anderer Weine, jedoch mit
dem Unterschied, dass die Gärtemperatur
mit 28 ºC bis 32 ºC höher liegt,
um die wertvollen Gerbstoffe zu gewinnen.
MAZERATION:
Während des Einmaischens beginnt eine Mazeration
der festen Anteile; dies ist der grundlegende
Unterschied zur Herstellung von weißen
und Rosé-Weinen.
Die Mazeration gibt dem Rotwein vier charakteristische
Eigenschaften mit: Farbe, Tannine, Extraktionskomponenten
(Körper) und Aromen.
Bei der Mazeration erfolgt eine Teil-Extraktion:
Alle nützlichen Komponenten der Traube,
d.h. die wertvollen Aromen und Geschmacksstoffe
müssen über eine vorsichtige Mazeration
gewonnen werden, die störenden Komponenten
sollen jedoch nicht mit ausgezogen werden. Die
festen Anteile der Maische werden durch das
Freiwerden von Kohlenstoffen nach oben getrieben
und bilden den sogenannten „Sombrero =
Hut“, der im Gärbottich auf dem Most
schwimmt. Um die im Hut enthaltenen Stoffe gut
aufzulösen, muss die Maische täglich
mindestens einmal „umgepumpt“ werden,
dabei wird Most aus dem unteren Teil des Behälters
hochgepumpt und über den Hut wieder zurückgesprüht,
so dass dieser immer naß bleibt.
Ablass und
Pressen:
Bei dieser Operation wird der Wein aus dem Gärbottich
in einen anderen Tank umgefüllt, in der
der Gärungsprozess abgeschlossen wird.
Dieser Prozess wird auch „Erstes Umfüllen“
genannt.
Beim Ablass erhält man den „Vorlauf“,
und es bleibt der den Hut bildende Trester zurück
(Schalen, Kerne, Reste der Kämme). Diese
Trester werden ausgepresst und der daraus gewonnene
Most wird „Scheiterwein“ genannt.
Malolaktische
Gärung:
Der Vorlauf (der „vino yema“) wird
einer zweiten, der malolaktischen Gärung
unterzogen; in diesem Prozess wandeln Milchbakterien
die Apfelsäure (grün und sauer) in
Milchsäure um (die milder und seidiger
ist).
Klären,
Filtern und Typisierung:
Der Wein ist ein lebendiges Material, das in
einem Gleichgewicht gehalten und so lange wie
möglich darin erhalten werden muss. Daher
muss der Wein mit Verfahren wie Klärung,
Filtern und Typisierung behandelt werden, damit
die späteren Niederschläge an Farbstoffen
und Salzen beseitigt werden.
Weinalterung
im Holzfass:
Wenn der Wein für Crianza bzw. zur
Ausreifung vorgesehen ist, wird er in Eichenholzfässer
von gewöhnlich 225 Litern Fassungsvermögen
umgefüllt, wo ein Oxidationsprozess stattfindet.
Die Alterung im Eichenholzfass ist je nach dem
gewünschten Reifegrad verschieden lang,
bei der Crianza am kürzesten, bei längerer
Reifung entsteht die Reserva und bei der Gran
Reserva ist die Reifung am längsten.
Bevor der Wein jedoch auf den Markt gebracht
wird, muss die Ausreifung in der Flasche abgeschlossen
werden, wo der Wein nicht mehr mit Sauerstoff
in Kontakt kommt und daher eine Reduktionsalterung
stattfindet.