In Navarra ist es Tradition, dass der Rosé
aus der Traubensorte Garnacha gewonnen wird
und dass er nach der traditionell üblichen
Methode abgestochen wird. Das bedeutet, Rosé
entsteht aus der Gärung roten Traubenmosts
ohne Stiele und Rappen.
Rosé darf nicht mit den „Claretes“
verwechseln werden: für diese letzteren
Weine werden rote und weiße Trauben verwendet
und werden zunächst wie Rotwein mit den
Schalen und den festen Teilen der Traube angesetzt.
Die Herstellung von Rosé kann vereinfacht
in folgenden Etappen zusammengefasst werden:
Annahme der Weinlese
Abstich
Vorklären
Alkoholische Gärung
Weinablass
Klären, Filtern und Typisierung
Annahme
der Weinlese:
Dieser Prozess beginnt bei der Abnahme der Trauben
am Weinstock, danach werden diese in die Weinkelter
transportiert und dort angenommen.
In der Weinkelter werden die Trauben gewogen,
ihr Säuregehalt, ihr wahrscheinlicher pH-Wert
und ihre Farbe bestimmt.
Nach der maschinellen Bestimmung dieser Parameter
führen die Traktoren ihr Lesegut an die
Entladetrichter.
Nach der mechanischen Verarbeitung der Trauben
wird die Maische mittels Pumpen und weiten Rohren
in schonender Weise in Gärtanks umgefüllt.
Abstich:
Die Trauben werden in rostfreien Stahlbehältern
eingemaischt und einige Stunden zur Mazeration
auf der Maische stehen gelassen; ein Beginn
der Gärung wird dabei vermieden.
Wenn der Most die gewünschte Farbe angenommen
hat wird der Most abgestochen, d.h. der Vorlauf
(„mosto yema“) wird von der Maische
getrennt.
Dieser Vorlauf ist die Grundlage für die
Herstellung von Rosé-Wein.
Vorklären:
Der Vorlauf wird vorgeklärt, um den Most
von allen gröberen Partikeln zu befreien.
Damit wird ein sauberer Most mit besonderer
Frische und Leichtigkeit gewonnen.
Das Vorklärungsverfahren erfolgt vor dem
Gärungsprozess und kann entweder statisch
oder dynamisch durchgeführt werden:
Statisches Vorklärungsverfahren (Niederschlag
unter Ausnutzung der Schwerkraft): der Most
wird gekühlt bzw. unter Zusatz von Schwefelsäureanhydrid
zur Ausfällung stehengelassen; mit dem
Zusatz kann der Gärungsbeginn um 24 bis
48 Stunden verzögert werden. Das statische
Vorklären unter gekühlten Bedingungen
wird heute dem Einsatz von Schwefelsäureanhydrid
vorgezogen.
Dynamisches Vorklärungsverfahren: Nachdem
sich der abgelaufene Saft beruhigt hat, werden
die Festteile über eine Zentrifuge abgetrennt.
Alkoholische Gärung:
Im allgemeinen werden heute frische, leichte,
trockene und aromatische Roséweine bevorzugt,
daher muss die Gärung in kühlerer
Atmosphäre, d.h. unter 20 ºC, erfolgen.
Dafür werden Edelstahltanks mit modernen
Kühlsystemen eingesetzt.
Während des Gärungsprozesses werden
Dichte und Temperatur sorgfältig überwacht.
Ablass:
Nach der Alkoholgärung und noch bevor die
malolaktische Gärung beginnt, wird der
Wein vom Bodensatz getrennt, der sich hauptsächlich
aus Zellresten, Weinstein, Hefen etc. zusammensetzt.
Klären, Filtern
und Typisierung:
Von diesem Schritt der Umfüllung ab wird
der Rosé wie alle anderen Weintypen weiterbehandelt.