Bei den Grabungsarbeiten für
die Fundamente der Winzergenossenschaft Nuestra Señora
del Romero fand man eine Amphore, die heute im Museum
von Navarra als erste komplett erhaltene Amphore der
Provinz ausgestellt ist.
Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit anderen Amphoren,
die auf die Zeit zwischen 90 und 70 vor Christus datiert
sind, kann man ohne Zweifel behaupten, dass diese
aus dem 1. Jh. v. Chr. stammt, und dass die heutige
Kellerei sich auf einem Boden befindet, der schon
in der damaligen Zeit für dieselben Zwecke genutzt
wurde.
Die älteste urkundliche Erwähnung stammt
aus dem Jahr 1325, in der von dem Erbe eines Weinbergs
von 3 Tagewerken Grröße auf der Gemarkung
von Viñas Nuevas die Rede ist.
Im 14. Jh. war der Weinbau in Navarras ein hoch geschätzter
Wirtschaftszweig und reichte sogar bis in gebirgige
Zonen und in den Norden Pamplonas, wo heutzutage kein
Weinbau mehr betrieben wird. Cascante war von dieser
Wirtschaftsblüte nicht ausgeschlossen, denn es
gibt Zeugnisse von Weinbergen mit Ortsnamen wie Agüelas,
Parotes, Tras la Iglesia, etc. ...
Bereits 1534 wurde Cascante zusammen mit Tudela, Corella,
Cintruénigo, Fitero und Sangüesa zu Zollstellen
von "bino" (vino = Wein) für Kastilien
und Aragonien erklärt.
Schon damals befanden sich
die Winzer aus Cascante in der drastischen Lage, überschüssigen
Wein mangels Käufern „wegschütten“
zu müssen, weshalb sie den Monarchen Carlos I.
baten, die Steuern auf den Export des Weines aufzuheben.
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Zu dieser
Zeit exportierte Navarra 23.579 Fuhren, das
heißt 282.948 Maßkrüge („cántaros“)
Wein, von denen allein 82.992 die Zollstelle
von Cascante passierten. Bei 11,7 Litern pro
Krug entsprach dies fast einer Million Litern
exportiertem Wein.
Im 16. Jh. verstärkt sich der Weinanbau
noch einmal, wobei die Rebstöcke bis nach
"Pulguer" gelangten, einem Gemeindegebiet
von Cascante, das zwecks Urbarmachung aufgeteilt
und verlost wurde. Urkunden zeugen von einer
eigenen Gemeindeverordnung Cascantes aus der
Mitte des 17. Jh., die unter anderem die Einführung
fremder Trauben und Wein aus Gemeinden ausserhalb
ihrer Rechtsbarkeit untersagte und mit 10 Dukaten
bestrafte.
In Cascante wurden die Reben immer wieder durch
das Klima und vor allem durch Trockenzeiten
verwüstet. Eine andere Heimsuchung des
Wetters waren auch fürchterliche Hagelstürme,
die 1604 und 1625 registriert wurden. Ebenso
fiel am 4. Juni 1627 ein Hagel, der “nicht
einmal die Rebstöcke stehenließ”.
Auch der Frost übte seinen Einfluss auf
die Rebstöcke von Cascante aus: so erfror
am 20. Mai 1629 ein Grossteil der Reben von
Talladura und Novellares. Bis in die heutige
Zeit ist die Gegend vor diesen Bedrohungen nicht
geschützt.
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Der Zusammenschluss mit Los Arcos ist
ein historisches Kuriosium: Seit 1555 entwickelte
sich der Brauch, von der Kathedrale San Gregorio aus
die der Felder von Pulguer zu segnen. Dazu wurde Weihwasser
benutzt, das zuvor an der Reliquie des Heiligen Sankt
Gregor Ostiense in Los Arcos vorbeigeführt wurde.
Wenn dies nicht ein gutes Vorzeichen für den
späteren Zusammenschluss war!
Immer schon waren Steuern und Wein eng
miteinander verknüpft: 1556 wurde in Cascante
der “Garapito” (eine Steuerabgabe) eingeführt,
der bis ins Jahr 1950 überdauert hat. Der Steuereinnehmer,
der „Garapitero“, begleitete die Fuhrmänner
bei der Beladung der für die Ausfuhr aus Cascante
gekauften Weine und kassierte dort den Steuerbetrag.
Die von den Steuereinnehmern verwendete Maßeinheit
war der „Krug“ (= 11,7 Liter); ihre Stellung
erlangten sie durch die Pacht des „Garapito“
vom Rathaus.
1878 wurde der erste Vorschlag zur Bildung
eines Winzer-Vereines auf regionaler Ebene vorgelegt.
Von Cascante aus wurde diese Initiative gutgeheißen,
allerdings scheint sie zu jenem Zeipunkt keine positiven
Früchte getragen zu haben.
Erst 1951 gelang es den Winzern
von Cascante, sich zur Verteidigung ihrer Weinwirtschaft
zusammen zu schließen. Am 2. Mai 1951, um 21.30
Uhr, fand die Generalversammlung zur Gründung
der Genossenschaftlichen Kellerei Nuestra Señora
del Romero im Theatersaal der Stiftung Santo Hospital
statt. 230 Teilnehmer drückten ihren einstimmigen
Willen zur Bildung und Benennung dieser Genossenschaft
aus, gaben ihr Statuten und bildeten einen ersten
Vorstand.